KRITIK

"EIN GROSSER WURF"

 

Charles Martig, Kath.ch

 

STORY

2016 pilgert eine Gruppe von Frauen und Männern 1200 km zu Fuss von St. Gallen nach Rom, um sich für die Gleichberechtigung von Frau und Mann in der katholischen Kirche einzusetzen.


Der Dokumentarfilm zeigt das Unterwegssein einer grossen, vornehmlich aus Frauen bestehenden Pilgergruppe auf ihrem Weg nach Rom. Nebst den Strapazen des Pilgerns, mit denen die Gruppe konfrontiert ist, macht der Film die Sehnsucht nach einer lebendigen Kirche erlebbar, die neue Formen des Glaubens sucht und die Charismen von Frauen als Bereicherung erkennt. Das Geschehen wird aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet: Zum einen kommen die Initianten des Projekts, die Pastoralassistentinnen Hildegard Aepli und Esther Rüthemann sowie der Priester Franz Mali immer wieder kommentierend und erzählend zu Wort, zum andern werfen die drei Filmstudenten, zwei davon konfessionslos, die den Pilgerzug mit Kamera und Mikrofon begleiten, einen unvoreingenommenen, erfrischenden Blick auf die Anliegen der pilgernden Frauen und Männer. Die in der katholischen Kirche noch immer tabuisierte Frauenfrage wird im Film “Habemus Feminas!” auf eine einmalige Weise thematisiert und mit eindrücklichen Bildern dargestellt.


Für diesen Dokumentarfilm haben junge, engagierte Filmemacher eineinhalb Jahre hart gearbeitet und keinen Aufwand gescheut. Ein unkonventioneller Dokumentarfilm über ein umstrittenes Thema.

 
 

TEASER

Kinodokumentarfilm, Schweiz, 2017, 110 Minuten

Eine Produktion von Cinegraph International Pictures

in Koproduktion mit SAE Institute Zürich

Gefördert durch: Katholische Kirche im Kanton Zürich

DIRECTOR'S STATEMENT

Annuntio vobis gaudium magnum: Habemus Feminas!

Zu Deutsch: „Ich verkündige euch große Freude:

 

"Wir haben Frauen!“ Aufgewachsen als Einzelkind bei einer katholischen Mutter und einem reformierten Vater, wurde ich katholisch erzogen. In meinem Fall hiess das: Taufe, Erstkommunion und Firmung. Ich habe dagegen nie rebelliert. Im Gegenteil: Mir gefiel die Gemeinschaft in der Kirche, weshalb ich mich zum Ministrantendienst verpflichtete und zehn Jahre lang dabei blieb. Mit dem Beginn der Filmschule ist die Kirche in den Hintergrund gerückt.

 

Anfang 2016 hörte ich zum ersten Mal von dieser aussergewöhnlichen Pilgerreise. Ich nahm die Geschichte zuerst erstaunt, aber gelassen zur Kenntnis. Doch sie liess mich nicht los. Was sind das für Menschen, die einen so langen Fussweg auf sich nehmen? Wer steckt wirklich dahinter? Wie muss ich mir das vorstellen? Fragen über Fragen stellten sich mir immer wieder. Plötzlich wusste ich: Ich will darüber einen Film drehen! Es ist das perfekte Drehbuch!

"Es ist das perfekte Drehbuch!"

Nach einer kurzen Vorbereitungsphase und einer aufwändigen Crowdfunding-Aktion zur Finanzierung der Dreharbeiten hatte ich eine kleine Crew mit dem Kameramann Nino Burkart und dem Tontechniker Ahren Merz beisammen. Wir machten uns auf und wussten nicht, was uns erwartet. Drei Studenten auf einer Reise ins Ungewisse?! Ich war gespannt, auf welche Probleme die Pilgergruppe auf der Reise stossen und ob die Pilgerinnen und Pilger vom Papst empfangen würden?

 

Vor den Dreharbeiten und auch später wurde ich immer wieder gefragt: „Ist diese Aktion in der katholischen Kirche nicht hoffnungslos, so stur, so patriarchal, so traditionsverhaftet, wie sie ist?“ Anfangs wusste ich nicht, was ich darauf antworten sollte. Meine Antwort war dann: „Auch in der Wirtschaft, in anderen Religionen und im Alltag ist die Frauenfrage nach wie vor aktuell und ungelöst und mein Film zeigt dieses Problem anhand der katholischen Kirche.“

Ich muss gestehen, dass ich mich anfänglich immer hinter solchen Aussagen versteckt habe, weil ich Angst hatte. Angst davor, dass wenn man einen Film über die Kirche dreht, schnell einmal als religiös und als fromm abgestempelt wird. Beschäftigt man sich mit dem Thema Gleichberechtigung von Frau und Mann, wird man als Feminist oder Softy beschimpft. Doch nach und nach wurde mir klar, dass es doppelt wichtig ist, einen Film über diese Themen zu drehen, wenn solche Ängste immer noch auftauchen.

Während den Dreharbeiten haben meine Crew und ich mit den Pilgerinnen und Pilgern zusammengelebt. Unser anfängliches Ziel, nur zu beobachten und das Geschehen nicht zu beeinflussen, schwand nach und nach. Mir wurde bewusst, dass wir Teil der Pilgergruppe sind. Mit jedem Tag und jedem gepilgerten Kilometer wurden wir mehr integriert.

„Auch in der Wirtschaft, in anderen Religionen und im Alltag ist die Frauenfrage nach wie vor aktuell und ungelöst."

Schliesslich versuchte ich, für den finalen Pilgertag am 2. Juli 2016 in Rom vom Vatikan eine Drehbewilligung für den St.Petersplatz und den St. Petersdom zu erhalten. Nach zweimonatigem Papierkrieg habe ich vier Tage vor dem abschliessenden Pilgertag, also am 28. Juni 2016, erfahren, dass ich die Drehbewilligung nicht bekomme. Trotz Hilfe des Bistums St.Gallen und zahlreicher „Kircheninsider“ gelang dies nicht.

 

Einen Tag später bekam die Pilgergruppe – am Tag ihrer Ankunft in Rom nach 1200 km Weg und unzähligen Strapazen – die Mitteilung, dass der Papst nicht erscheinen könne, aber von ihrem Projekt wisse. Später hat sich herausgestellt, dass der Papst erst im November 2016 davon erfahren hat.

 

Ohne Drehbewilligung, jedoch mit kleinem Kamera-Equipment konnten wir uns als Touristen ausgeben. Trotz strenger Beobachtung durch Funktionäre des Vatikans war es möglich, den Schlussgottesdienst abzudrehen. An diesem Tag spürte ich zum ersten Mal Wut und gleichzeitig Hilflosigkeit gegenüber der Kirche.

"Glaube soll gelebt und weiterentwickelt und nicht konserviert und totgebetet werden."

Nach diesen Erlebnissen sehe ich die katholische Kirche anders. Seither ist sie für mich weniger eine Kirche als viel mehr eine Institution, die sich selbst inszeniert und sich selbst am Leben erhält. Meiner Meinung nach sollte eine Kirche den Menschen dienen und ihre Anliegen ernst nehmen. Sie sollte MIT den Menschen zusammen – Frauen und Männern – diese Gemeinschaft gestalten und weiterentwickeln. Kirche spielt sich nicht in Rom ab, die Kirche spielt sich bei den Gemeinden und bei den Menschen ab. Glaube soll gelebt und weiterentwickelt und nicht konserviert und totgebetet werden.

 

Ich hoffe, dass dieser Dokumentarfilm dazu beiträgt, dass die Kirche sich als ein Ort versteht, der für die Menschen da ist, wo sich Menschen wohlfühlen und gerne hingehen und vor allem eine Kirche, die nicht eine Hälfte der Menschen ausschliesst.

 

Habemus Feminas!

 

Regisseur und Produzent Silvan Maximilian Hohl

 

CAST & CREW

Hildegard Aepli

Hildegard Aepli

PROTAGONISTIN

Franz Mali

Franz Mali

PROTAGONIST

Esther Rüthemann

Esther Rüthemann

PROTAGONISTIN

Silvan Maximilian Hohl

REGISSEUR & PRODUZENT

Nino Burkart
Silvan Maximilian Hohl, Filmregiseur
Ahren Merz

Ahren Merz

TONTECHNIK

Nino Burkart

KAMERA

 

WATCH NOW

HABEMUS FEMINAS!

23/10/2019

Zug

19.30 – ca. 22.00 Uhr im Pfarreiheim in Baar mit Eva Maria Müller und Esther Rüthemann

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